4. März 2019Rubrik Burundi
Jubel in Burundi

Erstaunliches hat sich in der Batwa-Siedlung in Busiga ereignet. Zum ersten Mal war es für die Batwa-Familien dort möglich, so viel zu ernten, dass sie bis zur nächsten Ernte genug zu essen hatten. Darüber hinaus konnten sie einen Teil als neue Saat aufbewahren, und es blieb sogar noch etwas für den Verkauf übrig. Unter grosser Freude und Jubel wurde die Ernte eingebracht und Gott gelobt.

 

Was war geschehen? Die Batwa-Familien hatten auf rund 16 Hektar Land Kartoffeln angepflanzt. Unterstützt wurden sie dabei von unserer Partnerorganisation „Harvest Initiatives“. Als die Kartoffeln reif zur Ernte waren, packten alle mit an.

Godelive, der Harvest-Koordinator für Busiga erzählt: „Ich hörte von einer Tonne Kartoffeln, die in Busiga geerntet werden konnten, aber da wusste nicht, wie viel es in Wirklichkeit war.“
Tatsächlich konnten am Ende sagenhafte 7 Tonnen Kartoffeln eingebracht werden. Jede der 85 beteiligten Familien in Busiga bekam 50 Kilo Kartoffeln für den eigenen Verzehr. Für Joseph, Vater von fünf Kindern, ist das ein wahnsinniger Erfolg. Er wurde mit anderen Erwachsenen darin geschult Kartoffeln nach neuen Methoden anzubauen. Das Ziel war es eine gute Ernte zu erzielen. Joseph und die anderen Erwachsenen liessen sich darauf ein. „Das erste Mal in meinem Leben habe ich so einen Erfolg“, erzählt er und fügt an: „niemals zuvor hatte ich 50 Kilo Kartoffeln zur Verfügung.“

 

Am 5. Februar wurde in Burundi der Nationalfeiertag begangen. Die Trommel-Gruppe unserer Schule in Muramvya wurde vom Gouverneur der Provinzhauptstadt zu den Feierlichkeiten eingeladen. Das ist eine grosse Ehre, da Trommelgruppen zur burundischen Kultur gehören und grosses Ansehen geniessen. Noch erstaunlicher ist die Einladung vor dem Hintergrund, dass es Personen aus dem Volk der Batwa zu den Zeiten der burundischen Könige weder erlaubt war die Trommeln zu schlagen - noch hatten sie Zugang zu den Feierlichkeiten. Die Batwa werden bis heute stark benachteiligt und leben unter elenden Verhältnissen, meist getrennt von der restlichen Bevölkerung in eigenen Dorfgemeinschaften.
Der Auftritt der Trommelgruppe ist ein sehr positives Signal und zeigt, dass durch die Schularbeit Fortschritte in der Integration der Batwa in Muramvya gelungen sind. Unsere Schüler waren jedenfalls sehr stolz, aufgeregt und glücklich auftreten zu dürfen. Unser Ziel ist es weiterhin Schüler aus allen drei burundischen Volksgruppen in unserer Schule aufzunehmen. So können wir mithelfen Vorurteile abzubauen und christliche Nächstenliebe einzuüben.