24. März 2017Rubrik Peru
Katastrophenhilfe Peru - update

Katastrophenhilfe Peru - update 24.03. „Aufschrei nach Lebensmittel und Hilfe in Cajamarquilla“, so berichtet die Zeitung „Correo“ in Lima heute auf einem zweiseitigen Artikel. Cajamarquilla ist einer der beiden Orte, den unsere Mitarbeiter heute mit ihrem Hilfstransport anfahren.

Der Ort wurde vor einer Woche von Schlammlawinen heimgesucht und ist eigentlich nur gut 30 Autominuten von der Schule im Stadtteil El Agustino entfernt. Die Situation ist prekär: Fliegen und Stechmücken breiten sich aus. Der Erdrutsch hat Abwasserkanäle beschädigt und Tiere verschüttet, deren Kadaver nun einen beissenden Geruch verbreiten. Ohne schweres Gerät ist der Schutt unmöglich zu beseitigen. Von einigen Hütten schaut buchstäblich nur noch das Dach aus den Erdmassen. 

Eine Frau, der von ihrem Haus nur noch zwei Mauern geblieben sind, sagt: „Ich habe keine Kraft mehr. Ich versuche mich zu trösten, indem ich mir sage, dass ich immerhin noch lebe, aber wenn ich nachts im Freien auf der staubigen Erde schlafen muss, kann ich nur noch weinen. Wir brauchen Decken und eine Möglichkeit, warmes Essen zu kochen.“ Viele Bewohner haben Angst vor weiteren Schlammlawinen. „Aber mehr noch fürchten wir, dass man uns alleine lässt!“, sagt die Frau ins Mikrofon des Reporters.

Gestern haben Mitarbeiter und Freiwillige mit Hochdruck Lebensmittelpakete gepackt und alles für den Transport heute vorbereitet. Vom Putzpersonal über die Lehrer bis zu den Pastoren und Sekretärinnen haben alle geholfen. Viele waren froh, dass sie endlich etwas tun können und dabei sein dürfen, wenn Hilfe geleistet wird.

 

Schon Anfang der Woche war ein Voraustrupp unserer Mitarbeiter in Aussenorten östlich von Lima unterwegs, um die Lage zu sondieren. An sehr vielen Orten ist noch gar keine Hilfe angekommen, weil sämtliche Zufahrtstrassen mit Schlamm, Geröll und tonnenschweren Steinen bedeckt sind. Hilfsorganisationen bleiben mit ihren Fahrzeugen im Matsch stecken.

Wir bringen heute Wasser, Bohnen, Mais, Linsen, Decken, Kleidung und auch einige Zelte für rund 70 Familien nach „Barba Blanca“ und „Cajamarquilla“, zwei Ansiedlungen, die mit dem LKW nicht direkt zu erreichen sind. Unser Plan: Wir rücken mit einer grösseren Zahl kräftiger Männer aus, fahren so nahe es geht heran und transportieren die Hilfsgüter dann mit Menschenketten weiter. Die Bewohner vor Ort werden uns helfen.

Mehr Bilder (und Videos) auf unserer Facebook-Seite.

An dieser Stelle einen herzlichen Dank allen, die so spontan unterstützen!!

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